Zum Verfassen eines längeren Textes wie einer Bachelorarbeit gehört für mich mehr dazu als nur das Schreiben selbst. Das Schreiben, so nehme ich es mir zumindest vor, werde ich relativ spät beginnen. Denn die Vorbereitung halte ich für fast noch wichtiger als die eigentliche Schreibweise. Ich halte es da ganz mit Abraham Lincoln:

Wenn ich acht Stunden Zeit hätte um einen Baum zu fällen, würde ich sechs Stunden die Axt schleifen.

Um meine Zeitplanung soll es an dieser Stelle aber gar nicht gehen (neue Themen-Ideen, ha!). Vielmehr möchte ich einige Aspekte meiner Vorbereitung auf die Schreibphase abseits der inhaltlichen Arbeit vorstellen, ganz konkret: Wo schreibe ich den Text denn am Ende rein?

Dazu sei gesagt, dass ich kein großer Freund von Standardlösungen wie Microsoft Office bin. Die Software ist proprietär, kostet und wird immer mehr mit der Cloud verschmolzen, ohne, dass man groß etwas dagegen tun könnte. Zudem nutze ich weder Windows noch Mac, sondern ein Linux-System. Eine Option ist LibreOffice, quasi die offene Variante von Microsoft Office oder Writer auf dem Mac. Das Programm ist bewährt und ich hatte es während des Studiums im Einsatz. Bei LibreOffice fehlt mir zum einen aber eine ausgereifte Versionsverwaltung. Zum anderen, und das ist der entscheidende Punkt, gefällt es mir nicht, dass ich mich mehr oder weniger zugleich um den Inhalt und um das Design kümmere. Natürlich könnte ich die Aufgaben strikt trennen und zunächst nur den Inhalt erstellen. Vielleicht könntest du das, wenn mich etwas optisch stört, hält es mich von der Arbeit auf und ich würde anfangen am Template zu werkeln.

Die Alternative zu WYSIWYG-Editoren wie Libre-Office ist TeX. TeX ist ein Textsatzsystem, was es mir erlaubt, in einfachen Dateien meinen Inhalt zu schreiben und das Design getrennt davon umzusetzen, vergleichbar mit HTML-Dateien und CSS. Diese Dateien werden am Ende in ein PDF umgewandelt.

Zunächst werde ich das Program TeXStudio ausprobieren, aber auch Kile schien mir interessant. Ein Problem, was sich mir noch stellt, ist die Verbindung mit meinem Literaturverwaltungsprogramm Zotero. Da gibt es aber Lösungsansätze, die ich hier noch darstellen werde. Das wäre prinzipiell mit LibreOffice einfacher, weil es ein Zotero-Addon für LibreOffice gibt.

Versionsverwaltung

Für die Versionsverwaltung werde ich das Programm Git einsetzen, was von Linus Torvalds ursprünglich für den Core von Linux entwickelt wurde. Mein Repository, als das Verzeichnis meiner Dateien, lege ich auf einer Gitea-Installation ab, die bei den Ubernauten liegt.

Screenshot meiner Repositories in der Gitea-Installation

Durch eine Versionsverwaltung kann ich verschiedene „Abzweigungen“ meiner Arbeit erstellen, um zum Beispiel einen Ansatz zu verfolgen, der in meine Arbeit passen könnte. Diese Abzweigungen können parallel existieren und werden ggf. in den Hauptzweit, den Master, aufgenommen. Theoretisch könnte man so auch andere sehr gut an dem Projekt arbeiten lassen, das kommt im Falle meiner Bachelorarbeit natürlich nicht in Frage, damit ich schlussendlich wahrheitsgemäß an Eides statt versichern kann, die Arbeit allein und ohne unzulässige Hilfsmittel erstellt zu haben.

Neben meiner Wiki ist mein Git-Repository also meine zweite Auslagerung ins Web. Dadurch habe ich neben den lokalen Kopien auf meinem Rechner, meinem Laptop und meiner Festplatte mit den Backups zusätzlich auf den Servern der Ubernauten, von denen ebenfalls regelmäßig Backups angefertigt werden. Zusätzlich wird das Verzeichnis, in denen meine Thesis-Dateien liegen, mit meiner Nextcloud synchronisert. Um also alle Fortschritte meiner Arbeit zu tilgen, müsste ein Unglück meine Rechner-Festplatte, meine Backup-Festplatte, meine Laptop-Festplatte, den Server meines Git-Repositories sowie meinen Nextcloud-Server zerstören, eine fünffache Redundanz. Ein zu vernachlässigendes Risiko, finde ich.

Somit steht ein weiterer Baustein der Brücke, die mich zur Bachelorarbeit tragen soll. Bald möchte ich euch etwas zu meiner Form der Literaturverwaltung erzählen und wie ich das mit den TeX-Files in Verbindung bringe.