Bei jeder Bachelorarbeit – von Masterarbeiten und darüber ganz zu schweigen – fallen Unmengen an Informationen an. Viele sind nicht besonders relevant, hilfreich, mit anderen steht und fällt die Arbeit. Für die Verwaltung von Literatur gibt es einschlägige Lösungen, für welche ich mich vor einiger Zeit entschied, werde ich in einem anderen Beitrag erzählen. Für die Verwaltung von Wissen dagegen gibt es zwar viele Möglichkeiten, aber weniger standardisierte und übliche Verfahren. Zwar bieten einige Literaturverwaltungsprogramme auch an, Notizen zu hinterlegen, zumindest für meine Ansprüche genügt das aber nicht ansatzweise. Wie also die gewonnen Kenntnisse sichern, damit nichts verloren geht?

Im Laufe meiner Überlegungen versuchte ich erst einmal zu evaluieren, was ich mir von der Lösung wünsche. Das kam dabei heraus:

  • Ich möchte unabhängig von meinem Aufenthaltsort auf die Informationen zugreifen können
  • Es muss eine große Menge an Informationen bewältigt werden können. Ich rechne mit mehreren tausend Stichwörtern
  • Die Informationen sollen kategorisiert und miteinander verknüpft werden können
  • Es soll Sicherheitskopien von den Informationen geben, um einen Datenverlust und daraus resultierende Probleme beim Schreiben der Arbeit zu vermeiden
  • Nur ich und ggf. ausgewählte Personen sollen Zugriff zu diesen Informationen haben. So muss ich nicht darauf achten, dass die Daten für andere verständlich sind, außerdem gehe ich urheberrechtlichen Problemen aus den Weg und kann auch mal einen Ausschnitt eines Werks hinterlegen
  • Idealerweise ist eine Zusammenarbeit mit meiner Literaturverwaltungslösung möglich

Stift & Papier

Ich bin ein großer Fan vom Arbeiten mit Stift und Papier. Meiner Erfahrung nach ist besonders beim Assoziieren, beim Explorieren und anderen kreativen Denkmethoden das Arbeiten mit haptischem Material sehr viel besser als mit digitalen Lösungen. Wenn es aber um die Verwaltung größerer Informationsmengen geht, hat Papier einige Nachteile. Zum einen kann es nur an einem Ort sein. Die Unterlagen müsste ich also stets bei mir haben, wenn ich Einsicht nehmen will. Das ist durchaus machbar. Spätestens aber ab dem Punkt Sortieren und interne Referenzierungen ist das Digitale dem Manuellen weit überlegen. Ich kann Informationen automatisch alphabetisch oder in andere Formen anzeigen lassen, ohne groß umzusortieren. Auch das einfügen neuer Informationen in die Ordnung ist auf Papier wesentlich umständlicher. Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Suche nach Informationen ist mit technischer Unterstützung wesentlich leichter. Die beste Idee nützt nichts, wenn man sie nicht wiederfindet. Eine manuelle Lösung ist in diesem Fall also nicht die richtige Wahl.

Zum Assoziieren ist die Verwendung von Stift und Papier genau das Richtige, zur Informationsverwaltung eignet sie sich weniger

Mindmap

Eine andere Idee, die mir beim Gedanken an Informationsverwaltung sehr schnell kam, war der Gedanke an eine Mindmap. Während des Studiums haben wir sie in verschiedenen Veranstaltungen angewandt, und das in verschiedenen Formen. Eine Mindmap lässt sich auf Papier machen, es gibt aber auch einen Haufen digitaler Lösungen. Dabei hapert es für meine Problemstellung aber an der Informationsmenge. Grundsätzlich ist die Mindmap ebenfalls eher ein Mittel fürs Assoziieren. Sie ist es also in diesem Fall auch nicht.

Blog

Ein Blog wäre von überall verfügbar, es ließen sich relativ einfach Sicherheitskopien machen, große Informationsmengen wären verwaltbar und die Informationen ließen sich sowohl kategorisieren, miteinander verküpfen als auch durchsuchen. Allerdings ist die Struktur klassischer Blogsystem für mich nicht geeignet. Ich möchte keine Artikel und Seiten oder ähnliche Konstruktionen, keinen riesigen Overbloat an Ressourcen, die geladen werden müssen und einen Haufen Funktionen, die ich nicht nutzen. Außerdem möchte ich keine Zeit mit der Wartung eines Systems verbrauchen, die ich auch in die Arbeit stecken könnte, das Semester wird stressig genug. Das ist es also auch nicht.

Evernote & Co

Ich lehne den Einsatz von Drittanbietern ab, ich möchte meine Informationen lokal bei mir oder auf einem Webspace von mir unter meiner Kontrolle haben. Ebenfalls lehne ich die Verwendung proprietärer Software ab. Derartige Anbieter kommen also für mich nicht in Frage.

Wiki

Ha! Informationen verwalten? Kann sie. Inhalte durchsuchen, kategorisieren, miteinander verknüpfen? Kann sie. Sicherheitskopien lassen sich ohne größeren Aufwand hinterlegen und ich kann von jedem Ort auf die Informationen zugreifen, solange ich die Wiki auf einem Server und nicht lokal betreibe. Erfahrungen gesammelt habe ich mit DokuWiki, einem filebasierten Wiki-System, die eine Markdown-Syntax einsetzt, ebenso wie das für dieses Blog eingesetzte Syste Ghost. Es differiert ein wenig, aber damit kann ich umgehen und es bei Bedarf anpassen. Durch den Aufbau auf simplen Markdown-Dateien ist das Erstellen von Backups und die Verwendung an anderer Stelle sehr leicht möglich.

Screenshot der Medien-Wiki, die auf dem DokuWiki-System von Andreas Gohr beruht.

Mein Mittel der Wahl ist also eine Wiki. Das Thema packe ich mal auf Wiedervorlage, in einigen Wochen werde ich berichten, wie ich mit dieser Lösung klarkomme.